Bankensterben trotz EU-Kredite - Kiew vor dem Aus

Quelle: Myrzich Cyrillle
Quelle: Myrzich Cyrillle
Kiews Notenbank musste zwei weitere ukrainische Banken für zahlungsunfähig erklären. Der Vorschlag zur Hilfestellung kam bereits aus Deutschland und Frankreich. Wie hoch die Kosten jedoch für die Banken-Sanierung sein könnten, wird momentan noch nicht erklärt.

Seit Anfang März wurden in der Ukraine bereits drei Banken von der Notenbank in Kiew als zahlungsunfähig gelistet. Darunter fallen die Delta Bank, die Kreditprombank, wie die Omega Bank, die jeweils beide zur Delta Bank Group zählen.

Nach Angaben der einzigen nationalen Nachrichtenagentur der Ukraine Ukrinform soll aus einer Mitteilung der Notenbank hervorgehen, dass die Bankeigentümer keine „rechtzeitigen, wirksamen und hinreichenden Maßnahmen“ zur Verbesserung der Finanzsituation unternommen hatten.

Aufgrund der niedrigen Eigenkapitalquoten wurde in der Wirtschaftskrise nicht genügend Liquidität erzielt, was nun zur  Zahlungsunfähigkeit der Banken führte, obwohl 2014 bereits zwei große Kredite in die Delta Bank geflossen sind. Bereits zu Beginn des Jahres 2014 stellte Kiews Notenbank der Deltabank einen Kredit in Höhe von 116 Millionen Euro (4,150 Milliarden Hrywnja) zur Verfügung. Im September folgte eine weitere Zahlung von umgerechnet 30 Millionen Euro (960 Millionen Hrywnja).

Ende Februar 2015 gewährte die Notenbank auch der „Privatbank“ einen zweijährigen Liquiditätskredit von 62 Millionen Euro. Insgesamt soll eine Bürgschaft eines Anteilseigners, unter anderem durch Immobilien, vorgelegt worden sein. Zwischenzeitlich erhöhten die Währungshüter in Kiew den Leitzins am Dienstag auf 30 Prozent, um den inländischen Geldmarkt stabil zu halten.

Quelle: ruptly

Wie auf dem Minsker Gipfel bereits von Deutschland und Frankreich erklärt, werden beide Länder versuchen das Bankwesen in der Ukraine finanziell wieder zu beleben.

Unter dem Titel „Agentur zur Modernisierung der Ukraine“ (AMU), die von drei ukrainischen Oligarchen finanziert wird,  sollen nun einstige EU-Politiker, wie zum Beispiel auch Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, den Wiederaufbau der Banken bewerkstelligen.

Außerdem sollen weitere 500 Millionen Euro zur Sanierung der Ukraine zur Verfügung gestellt werden, wie die Bundesregierung bekannt gab.

Wie hoch die Kosten für die europäischen Steuerzahler ausfallen werden, wurde aktuell noch nicht erläutert.