Putin: Ich habe den Eindruck, Frankreich und Deutschland suchen ehrlich den Frieden

Quelle: Ruptly
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In einem Interview mit dem TV-Sender Rossija 1 hat der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, erklärt, die Umsetzung des Abkommens von Minsk könne eine schrittweise Normalisierung der Situation in der Ukraine bringen. Er habe den Eindruck gewonnen, "die politischen Führer Frankreichs und Deutschlands" würden sich ehrlich um einen Kompromiss bemühen. Ein Kriegsszenario zwischen Russland und der Ukraine bezeichnete er als "kaum möglich".

Der Präsident der Russischen Föderation, Vladimir Putin, hat den politischen Führern Frankreichs und Deutschland in seinem jüngsten Fernsehinterview attestiert, sich ernsthaft um einen Kompromiss zu bemühen, der helfen würde, den Konflikt in der Ostukraine beizulegen.

Putin sprach mit dem TV-Sender Rossija 1 über den Konflikt und das Abkommen von Minsk. Dabei äußerte er:

"Ich habe den Eindruck, dass die Führer Frankreichs und Deutschlands einen ehrlichen Drang verspüren, eine Kompromisslösung zu finden, die zu einer endgültigen friedlichen Beilegung des Konflikts führen würde."
Er zitierte dabei aus dem Protokoll der Minsker-Vereinbarungen, in dem unter anderem eine Dezentralisierung der Macht in der Ukraine angesprochen wird und "eine Referenz, die erklärt, was dies bedeuten solle". Diejenigen, die diese Referenz verfasst hätten, wären „unsere deutschen und französischen Partner“ gewesen, so Putin und weiter:
"Das spricht für die Ehrlichkeit der Bemühungen einen Kompromiss zu finden."
Entscheidend sei die Umsetzung des Minsk-Abkommens, das vom "Normandie-Quartett" aus der Ukraine, Russland, Frankreich und Deutschland am 12. Februar erreicht worden sei, erklärte der russische Präsident und betonte:
"Wenn das Minsker-Abkommen umgesetzt wird, bin ich mir sicher, dass sich die Situation zunehmend normalisieren wird."
Auf die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine wäre, äußerte Putin:
"Ein solches apokalyptisches Szenario erscheint mir als kaum möglich, und ich hoffe, dass es nie passieren wird."
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Die Behauptung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und des ukrainischen Geheimdienstchefs Valentin Nalyvaychenko, der russische Mitarbeiter des Präsidentenamtes, Vladislav Surkov, wäre in die tragischen Ereignisse, während der Krawalle in Kiew im Vorjahr, involviert gewesen, sei laut Putin "kompletter Nonsens".

Auch forderte Putin die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Entscheidung der Bewohner der Krim sich wieder der Russischen Föderation anzuschließen, zu respektieren:

"Was die Nationszugehörigkeit anbelangt, haben die Bewohner der Krim ihre Entscheidung getroffen und dies sollte respektiert werden. Russland kann die Entscheidung nicht anders behandeln."
Auch riet er dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit Blick auf dessen Äußerung, Kiew wolle die Krim wieder unter ihre Kontrolle bringen, von dieser Form des Revanchismus zu lassen. Als großes europäisches Land solle sich die Ukraine darauf fokussieren, ihre Wirtschaft und ihren sozialen Sektor zu stärken sowie die Beziehungen zum südöstlichen Teil ihres Landes zu heilen.