Flugzeugträger Charle de Gaulle in irakischen Gewässern - Jagd auf französische IS-Kämpfer?

Quelle: US Navy
Quelle: US Navy
Mit der Begründung, man wolle die Anti-IS-Koalition auf diese Weise unterstützen, hat Frankreich seinen einzigen Flugzeugträger an den Persischen Golf vor die Küste Iraks verlegt. Von der Charles de Gaulle aus, dem größten Flugzeugträger Europas, flog Frankreich bereits seit Mitte Januar Angriffe auf Stellungen des Islamischen Staates (IS). Seit dem heutigen Tag sollen die Angriffe der französischen Luftwaffe aber massiv ausgeweitet werden. C'est la lutte finale?

"Die Integration von Charles de Gaulle […] (im Irak) begann heute Morgen."
Erklärte heute ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Quelle: COMBO, RT

Nach den Anschlägen auf das Pariser Satire-Magazin hatte der französische Präsident François Hollande Vergeltung geschworen:

"Das von islamistischen Terroristen verursachte Massaker rechtfertigt die Anwesenheit unseres Flugzeugträgers."
Als Hollande Mitte Januar vor die Mannschaft der Charles de Gaulle trat, legitimierte er das Auslandsabenteuer seiner Marine mit folgenden Worten:
"Der Einsatz der Charles de Gaulle ist sinnvoll, sie ist ein Symbol unserer Stärke - politisch, militärisch und diplomatisch."
Bereits Mitte September 2014 hatte sich Frankreich als erstes europäisches Land der sogenannten Anti-IS-Koalition angeschlossen. Im August, nur ein Monat zuvor, hatten die USA den Luftkrieg gegen "IS" eröffnet.

Der Flugzeugträger wird sowohl zur Luftverteidigung als auch zur U-Boot-Abwehr von zwei Fregatten und einem Versorgerschiff begleitet. Das Schiff kann zwischen 20 und 25 Kampfjets tragen. Derzeit befinden sich zwölf  moderne Rafale-Jagdbomber und neun ältere Jets vom Typ Dassault Super Étendard an Bord.

Auch die Vereinigten Staaten sind mit einem Flugzeugträger im Persischen Golf im Einsatz. Die USS Carl Vinson ist weit größer als die Charles de Gaulle und bietet Platz für rund 90 Kampfjets. Der französische Flugzeugträger wird nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums bis mindestens Mai 2015 vom Golf aus Flüge gegen den selbsternannten „Islamischen Staat“ fliegen.

Rund 400 französische Dschihadisten kämpfen auf Seiten des IS in Syrien und Irak.