Exklusiv: Söldner im Kampf gegen IS – RT Interview mit freiwilligem US-Kämpfer

Freiwillige aus dem Westen - links der Brite Jamie Read - Quelle: Facebook
Freiwillige aus dem Westen - links der Brite Jamie Read - Quelle: Facebook
RT hat einen US-amerikanischer Freiwilliger interviewt, der gegen den Islamischen Staat (IS) kämpft. Er wäre „Gottes Ruf“ gefolgt, als er sich in Nordsyrien den kurdischen Milizen gegen den Islamischen Staat (IS) anschloss. Er berichtet von den Schlachten gegen den IS mit geringsten Mitteln und wie er Zeuge wurde, wie IS-Kämpfer sich nach erfolgreicher Hinrichtung mit „High-Fives“ abgeklatscht hätten.

Dean Parker (49) war Surflehrer in Costa Rica ohne vorherige Kampferfahrung, als er die Bilder von jesidischen Flüchtlingen sah, die vor dem IS auf den Berg Sinjar flohen. „Übermannt von Emotionen“ entschloss er sich bei der kurdischen Miliz mitzukämpfen.

Parker ging zu den „Lions of Rojava“, eine Einheit mit ausländischen Freiwilligen, die der Kurdischen YPG, der syrischen Schwesterorganisation der türkischen PKK, angegliedert ist. Bekannt für ihre Unabhängigkeit hatte die YPG letzten Oktober angefangen, über soziale Netzwerke wie Facebook Leute zu rekrutieren. Damals wurde die „Lions of Rojava“-Seite erstellt.

„Schick Terroristen zur Hölle und rette die Menschheit“ proklamiert die Seite und wirbt sowohl um Spenden für eine kurdische Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Deutschland, als auch um Freiwillige um gegen den IS zu kämpfen.

Die Kurden kämpften gut, aber „sie kämpfen in Syrien diesen Krieg gegen [den IS] ganz allein,“ sagte Parker gegenüber RT. Er erklärte, er wäre zurückgekommen um für die Kurden Unterstützung durch Waffen und Versorgung zu organisieren.

Quelle: Twitter

Obwohl die Kurden keine schweren Waffen, Stiefel oder grundlegende medizinische Versorgung hätten, haben sie erfolgreich die Stadt Kobane vor der IS-Attacke verteidigt und halten sie in Schach. „Sie kämpfen so gut… mit so wenig,“ schwärmt Parker.

Parker erzählt von grausigen Vorfällen mit „hellhäutigen“ IS-Kämpfern, besonders erregt schildert er eine Episode einer Hinrichtung vor ihren Augen, nachdem die IS-Leute sich mit „High-Fives“ abgeklatscht hatten.

Parker hat alles, was er hatte für seine Reise nach Syrien, aufgegeben – und für die Rückfahrt. Aber anstatt in sein Zuhause in Colorado zurückzukehren, reiste er nach Washington und wirbt um Hilfe für seine neuen kurdischen Freunde. „Das schulde ich ihnen,“ sagte er.

Quelle: Ruptly

„Dutzende“ ausländische Kämpfer aus Europa und Amerika haben sich den Kurden im Kampf gegen den IS angeschlossen. Das US-Außenministerium schätzt dass an die 20.000 Ausländer zur Terrorgruppe strömten, darunter 3.000 „Westeners.“

Sean McFate, Professor für Auslandsdienst an der Georgetown University und Autor von “Der moderne Söldner: Privatarmeen und was sie für die Neue Weltordnung bedeuten“ sagte gegenüber RT, dass es nicht nur Leute wie Parker sind, die die Terroristen bekämpfen. Es wäre auch Amerikas starkes Vertrauen in private Subunternehmer bzw. „gemietete Gewehre.“

McFate beschreibt die militärischen Dienstleister als „billiger und effizienter“ als eigentliche US-Soldaten. Außerdem geben sie der Regierung glaubhafte Abstreitbarkeit von militärischem Engagement, weil sie nicht als Soldaten vor Ort, als sog. „boots on the ground,“ zählen. Söldner können auch für riskante Missionen eingesetzt werden, um das politische Problem der Rückkehr von Soldaten in Leichensäcken zu vermeiden.

„Die amerikanische Öffentlichkeit scheint sich nicht so sehr für tote Dienstleister zu interessieren“, fügt er hinzu.

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