Polnischer Außenminister im Revisionismusfieber: Sowjetunion hat den Zweiten Weltkrieg angefangen

Quell: Russavia
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Polens Außenministers Grzegorz Schetyna hat erneut mit revisionistischen Aussagen zur Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg und Russland hat Nachfolgestaat für diplomatische Verstimmungen gesorgt. In einem Radiointerview sagte er, er würde den Sieg über Hitler lieber in London, Berlin und Polen feiern. Es sei unnatürlich, das Ende eines Krieges an dem Ort zu feiern, von dem er aus gestartet wurde.

"Hierbei handelt es sich lediglich um einen wiederholten Versuch des polnischen Politikers, Zweifel an den Ergebnissen des Zweiten Weltkriegs und die entscheidende Rolle der Sowjetunion innerhalb dieses Krieges zu schüren", erklärte Russlands Vizeaußenminister Grigori Karasin und fügte hinzu, dass Schetynas Aussagen "Schande über ihn selbst, Polens Diplomaten und das politische Establishment des Landes" bringen.

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Der polnische Außenminister Schetyna hatte zuvor bei einem Radiointerview mit RMF FM. erklärt:

"Warum akzeptieren wir, dass Moskau der Ort sein soll, an dem wir über das Ende des Krieges nachdenken sollen. Warum ist es nicht London oder Berlin? Es ist unnatürlich, das Ende eines Krieges an dem Ort zu feiern, von dem er [der Zweite Weltkrieg] gestartet wurde."
Der polnische Diplomat bezog sich mit seiner Aussage auf das geheime Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts vom August 1939, indem von einer Aufteilung Polens die Rede war. Zwar erkannte die Sowjetunion die Bedingungen des Paktes an, erklärte den Ablauf jedoch als historischen Wettlauf gegen die Zeit, um die eigenen militärischen Kapazitäten des Landes gegen Nazi-Deutschland zu stärken.

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Moskau veranstaltet eine große Feierveranstaltung zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai und erinnert damit an die Unterzeichnung des Waffenstillstandes mit Nazi-Deutschland im Jahr 1945, bei dem insgesamt bis zu 28 Millionen Sowjetbürger, mehr als in allen alliierten Staaten zusammen, ihr Leben ließen.

Russland hat alle führenden Politiker der Welt eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Zwischenzeitlich gab der polnische Diplomat seinen Vorschlag ab, die Feierlichkeiten auf die Westerplatte zu verlegen:

"Die Zeremonie auf der Westerplatte bietet eine alternative Perspektive. Der Ort wäre darüber hinaus als Beweis für die europäische Integration seit dieser Zeit anzusehen. Auch hat sich diese Idee zu einer lebhaften Debatte entwickelt und es geschafft leidenschaftliche Reaktionen provoziert."
Für den außenpolitischen Vertreter der oberen Kammer des russischen Parlaments, Konstantin Kossatschow, sind Schetynas Äußerungen und Pläne "schlicht und ergreifend inakzeptabel".

Der Leiter des Außenpolitischen Ausschusses  der Duma, erklärte:

 "Schetyna macht nicht nur seine Russenphobie deutlich, sondern gleichzeitig seine Unkenntnis der geschichtlichen Tatsachen. Insgesamt gab es 238 deutsche Divisionen, die an der Ostfront gekämpft haben und nur 68, die im Westen stationiert waren. Wo wäre es logischer, an das Datum zu erinnern, wenn nicht dort, wo der Großteil der feindlichen Kräfte besiegt wurde?"

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