Welche sowjetischen Armeeeinheiten haben Auschwitz befreit? RT klärt mittels Archivdokumenten auf!

Quelle: Russisches Verteidigungsministerium
Quelle: Russisches Verteidigungsministerium
In Vorbereitung auf die Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, hatte der polnische Außenminister für Aufsehen gesorgt, als er behauptet hatte, „ukrainische Soldaten“ hätten das KZ befreit. Wieso diese Aussage aus mehreren Gründen historisch falsch ist, zeigt RT anhand von vor kurzem veröffentlichtem Archivmaterial auf.  

Vorwürfe von Ex-Außenminister Polens gegen Putin waren frei erfunden

Unumstrittene ist historische Tatsache, dass am 27. Januar 1945 die 1. Ukrainische Front der Roten Armee das Konzentrationslager befreite. Es war wohl dieser Name, der den polnischen Außenminister Grzegorz Schetyna dazu verleitet hatte, seine entsprechende Aussage zu treffen.

Allerdings waren die Fronten der russischen Armee immer nach den Territorien benannt, in denen die Kämpfe stattfanden und standen in keinem Zusammenhang mit der ethnischen Zusammensetzung der Kampfeinheiten.

RT hat auf der Basis von kürzlich veröffentlichten Archiv-Dokumenten des russischen Verteidigungsministeriums die Zusammensetzung der 1. Ukrainischen Front rekonstruiert.

Die Dokumente benennen 39 Ethnien, die die 1. Ukrainische Front bildeten. Den Hauptteil bildeten 42.398 russische Soldaten, gefolgt von 38.041 ukrainischen Soldaten. Ebenso befanden sich in der Ukrainischen Front 1210 Weißrussen, 1088 Tataren, 1073 Soldaten mit jüdischem Hintergrund und jeweils ungefähr 1000 Usbeken, Kasachen, Armenier und Georgier. Zudem kleinere Gruppen von Griechen und Chinesen.

 Liste der Roten Armee über die Teilnehmer an der Befreiung des KZ Ausschwitz
Liste der Roten Armee über die Teilnehmer an der Befreiung des KZ Ausschwitz

 

Die unkorrekten historischen Äußerungen des polnischen Außenministers in Verbindung mit dem Einladungsdebakel für die Auschwitz-Gedenkveranstaltung, haben russische Befürchtungen verstärkt, dass die polnische Regierung bewusst anti-russische Ressentiments und Agenden schürt. Gestern ruderte Schetynar zurück und verwies darauf, dass er "versehentlich" eine Anekdote etwas verallgemeinert hatte, nach der eines der Tore des KZ von einem Sowjet-Panzer aufgebrochen wurde, dessen Fahrer Ukrainer war.

Warschau ist eine der vehementesten Unterstützer der aktuellen ukrainischen Regierung und hatte auch den Putsch im Februar, der zum Sturz des gewählten Präsidenten Wiktor Janukowytsch geführt hatte, anerkannt. Während der ukrainische Präsident Petro Poroschenko persönlich von der polnischen Premierministerin Ewa Kopacz eingeladen wurden war, hatte der Präsident  der Russischen Föderation Wladimir Putin keine Einladung erhalten.

comments powered by HyperComments